Die kleine Delle im Autoblech, der Kratzer oder die Schrammen entstanden beim Parkmanöver. Diese Schäden werden oft leichtfertig als Bagatellschaden am Auto bezeichnet, aber stimmt das? Was ist eigentlich ein Bagatellschaden und was bedeutet das für mich als Fahrzeugbesitzer, wenn mein Auto einen Bagatellschaden hat?

 

Was ist ein Bagatellschaden – die Definition?

Ein Bagatellschaden ist ein „unbedeutender, geringfügig anzusehender“ Schaden. Die genaue Höhe ist gesetzlich nicht geregelt. Grundsätzlich wird die Höhe des Bagatellschadens von den Versicherungsunternehmen gleich ausgelegt. Bei der Schadenhöhe spielt das Fabrikat des Wagens eine wichtige Rolle

 

Bis wann ist es ein Bagatellschaden?

Ein Schaden gilt es bis zu einer Höhe von 700€ bis 750€, je nach Auslegung der Versicherung, als Bagatellschaden. Der Grund, warum es diese Grenze gibt, liegt an der Schadensabwicklung. Bei einem so geringen Schaden verzichtet die Versicherung auf die Erstellung des Unfallgutachtens. Die Erstellung des Unfallgutachtens würde für die entstandene Schadenhöhe zu hohe Kosten verursachen. Ein kleiner Kratzer bei einem alten Auto kann unter Umständen keiner Reparatur bedürfen. Haben Sie stattdessen einem Luxusauto einen Kratzer zugefügt kann der Schaden auch bei einem kleinen Kratzer deutlich mehr als 750€ betragen.

Was ist bei einem Bagatellschaden zu tun?

Was direkt nach einem Bagatellschaden zu tun ist, hängt von der Ursache ab. Ist die Ursache ein Autounfall müssen Sie sich immer gleich verhalten, unabhängig von der Schadenshöhe.

Haben Sie ein Fahrzeug beim Einparken beschädigt, reicht das Hinterlassen eines Zettels auf der Windschutzscheibe des Fahrzeugs nicht ausreichend. Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, 30 Minuten an der Unfallstelle auf den Besitzer zu warten. Taucht der Fahrzeugbesitzer auch dann nicht auf müssen Sie den Unfall bei der Polizei melden. Die Polizei nimmt dann Ihre Personalien auf und informiert den Geschädigten.

Wenn Sie einen Bagatellschaden bei Ihrer Versicherung einreichen, müssen Sie ebenfalls die Vorgaben der Versicherung beachten. Diese finden Sie in Ihren Versicherungsbedingungen.

Wann ist ein Auto unfallfrei?

Zwar ist ein Auto, das einen Bagatellschaden hat rechtlich gesehen nicht mehr unfallfrei, aber Sie müssen diesen Schaden nur offen legen wenn er nicht behoben wurde oder Sie von einem potenziellen Käufer direkt danach gefragt werden. Hatte das Fahrzeug einen Autounfall mit einem Schaden der mehr als 750€ betrug müssen Sie das beim Verkauf immer offenlegen, auch wenn Sie nicht danach gefragt werden.

 

Weitere empfohlene Artikel