Jeder Autofahrer, der ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe fährt, kennt die Kupplung. Beim Anfahren sowie bei jedem Gangwechsel muss das Pedal getreten werden, damit die Kupplung geöffnet wird und den Schaltvorgang zulässt. Aber wofür ist das mysteriöse Bauteil eigentlich da? Wie lässt es sich schonen? Wann ist ein Austausch erforderlich und welche Kosten fallen dafür an? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Welche Aufgabe hat die Kupplung?

Die Kupplung stellt das Verbindungsstück zwischen Motor und Getriebe dar. Ein klassischer Verbrennungsmotor arbeitet lediglich in einem bestimmten Drehzahlbereich, der vom Getriebe an die verschiedenen Fahrsituationen angepasst werden muss. Die Kupplung erzeugt die kraftschlüssige Verbindung zwischen den beiden Bauteilen, die sich mit dem Tritt auf das Kupplungspedal öffnen lässt. Ein gutes Beispiel stellt das Anfahren aus dem Stillstand dar. Während die Räder noch nicht drehen, läuft der Motor bereits mit einer gewissen Drehzahl. Der Autofahrer lässt nun die „Kupplung kommen“, indem er den Fuß langsam vom Kupplungspedal nimmt. Dabei wird die Verbindung hergestellt, sodass der Motor die Räder antreiben kann. Das Fahrzeug fährt los. Die Kupplung besteht dabei aus drei wesentlichen Bauteilen: der Kupplungsscheibe, dem Schwungrad sowie der Druckplatte. Das Schwungrad ist an der Kurbelwelle des Motors befestigt und dreht sich daher in jedem Zustand mit. Die Druckplatte, auch Kupplungsautomat genannt, besitzt eine starke Membranfeder, welche die Kupplungsscheibe an das Schwungrad presst und somit die kraftschlüssige Verbindung herstellt. Durch den Tritt auf das Kupplungspedal wird der Membranfeder mit Hilfe des Ausrücklagers entgegengewirkt, sodass die Verbindung geöffnet wird.

Wie lange hält die Kupplung?

Moderne Fahrzeuge besitzen eine langlebige Kupplung, die robust ist und für mindestens 100.000 Kilometer ausgelegt wurde. Ein vorzeitiger Schaden ist nicht ausgeschlossen, allerdings ist dieser Defekt meist von der Fahrweise abhängig. Eine kaputte Kupplung besitzt abgenutzte Reibbeläge auf der Kupplungsscheibe, sodass eine kraftschlüssige Verbindung nicht mehr hergestellt werden kann. Die Kupplung „rutscht durch“ und kann ihre Funktion nicht mehr ordnungsgemäß ausüben.

Wie lässt sich die Kupplung schonen?

Moderne Kupplungsbeläge sind temperaturempfindlich. Bei etwa 320 Grad Celsius kann bereits eine Auflösung der Reibbeläge erfolgen, ab 450 Grad ist der Belag irreparabel zerstört. Aus diesem Grund ist es wichtig, sorgsam mit der Kupplung umzugehen. Das Schleifen der Kupplung ist absolutes Gift für die Haltbarkeit des Bauteils. Das Ziel ist es daher, die Reibung so weit wie möglich zu reduzieren. Fahrzeuge, die schwere Lasten ziehen, etwa Anhänger oder Wohnwagen, sind grundsätzlich früher von einem Kupplungsschaden betroffen als andere Autos. Das häufige und langfristige Treten der Kupplung geht ebenfalls auf Kosten der Haltbarkeit. Beim Stehen an der Ampel wird daher empfohlen, den Leerlauf einzulegen, damit die Kupplung wieder gelöst werden kann. Auf diese Weise wird bei nervösen Fahrern auch das mehrmalige Anfahren an der roten Ampel verhindert, was die Temperaturen der Kupplung steigen lässt und somit den Belag zerstört.

Wie äußert sich eine kaputte Kupplung?

Je höher der Verschleiß einer Kupplung, desto häufiger und stärker „rutscht sie durch“. Die kraftschlüssige Verbindung kann also nicht mehr hergestellt werden. Das wird vor allem durch plötzlich steigende Drehzahlen deutlich, wenn der Motor durch die defekte Kupplung nicht mehr mit dem Getriebe verbunden ist. Auch der typische Kupplungsgeruch kann auf einen erhöhten Verschleiß hindeuten. Im Internet sind verschiedene Testmöglichkeiten zu finden, um den Zustand der Kupplung zu testen. Davon raten wir ab! Die unterschiedlichen Varianten beanspruchen die Kupplung sehr stark, was erst recht zu einem Schaden führen kann. Außerdem drohen Defekte an weiteren Bauteilen, beispielsweise dem Motor. Bei Verdachtsmomenten sollte der Weg in die Fachwerkstatt gesucht werden. Rutscht die Kupplung bereits durch, wird es nicht lange dauern, bis der Reibbelag komplett zerstört ist. In diesem Fall kann die Kupplung gar nicht mehr greifen, sodass keine Kraftübertragung stattfinden kann. Das Auto bleibt dann stehen.

Wie lässt sich eine Kupplung reparieren?

Wenn der Reibbelag zerstört ist, lässt sich die Kupplung nur noch austauschen. Eine Reparatur der defekten Bauteile kann nicht mehr vorgenommen werden, sodass der Wechsel der Neuteile notwendig ist. Auch, wenn eigentlich nur die Mitnehmerscheibe kaputt ist, lohnt sich ein kompletter Austausch der Kupplung. Denn am höchsten sind beim Kupplung wechseln die Kosten für die Arbeitszeit. Ausrücklager und Druckplatte sind nicht viel teurer als die Kupplungsscheibe. Allerdings sind sie durch die defekten Reibbeläge möglicherweise auch beansprucht worden, sodass nach einiger Zeit ein Folgeschaden drohen könnte. Wenn Sie die Kupplung reparieren lassen, bedeutet dies also immer einen Austausch der Bauteile.

Wer kann die Kupplung wechseln?

Der Kupplungswechsel ist immer ein Fall für die Werkstatt, selbst erfahrene Heimwerker trauen sich an den Austausch der Kupplung nur selten heran. Das liegt vor allem daran, dass der Arbeitsaufwand sehr groß ist. Um die Kupplung wechseln zu können, muss in der Regel das Getriebe, und bei einigen Fahrzeugen sogar der Motor, ausgebaut werden. Das erfordert nicht nur ausreichend Platz und Möglichkeiten, sondern auch spezielles Werkzeug. Nicht selten müssen Luftfilterkasten und Batterie ausgebaut werden. Die Räder müssen abgenommen werden, damit die Querlenker vom Traggelenk gelöst werden können, um die Antriebswellen auszubauen. Für einen Kupplungswechsel muss das Getriebeöl abgelassen werden. Ein Kupplungswechsel ohne Hebebühne ist nicht möglich, zudem ist die Verletzungsgefahr sehr hoch. Damit die Kupplung ordnungsgemäß funktioniert, sind Einbaurichtung und Drehmomente zu beachten. Erfahrung ist sehr wichtig. Aus diesem Grund sollte der Austausch immer von einer erfahrenen Werkstatt vorgenommen werden.

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Wie viel kostet es eine Kupplung zu wechseln?

Eine neue Kupplung ist nicht teuer. Je nach Fahrzeug sind Neuteile bereits für unter 100 Euro zu kaufen. Die Kupplung für einen Kleinwagen, wie den Renault Twingo, ist bereits für 80 Euro erhältlich. Bei größeren Fahrzeugen kann mit etwa 300 Euro gerechnet werden. Am höchsten sind beim Kupplung wechseln die Kosten für die Arbeitszeit. Eine erfahrene Werkstatt braucht rund vier Stunden für einen Austausch, bei einigen Fahrzeugen sind allerdings auch zwölf Stunden möglich. Wenn Sie die Kupplung wechseln sind Kosten zwischen 800 und 1500 Euro denkbar. Neben der Arbeitszeit sind beim Kupplung wechseln auch Kosten für neues Getriebeöl und sonstige Verbrauchsmaterialien zu berücksichtigen.

Was gibt es außerdem zu beachten?

Eine moderne Kupplung ist selbstnachstellend, sie muss also nicht mehr vom Kundendienst oder im Rahmen der jährlichen Inspektion überprüft werden. Allerdings wird für den Autofahrer dadurch nicht mehr so einfach ersichtlich, wenn sich die Lebensdauer einer Kupplung dem Ende entgegen neigt. Dies würde früher durch ein vergrößertes Pedalspiel deutlich. Bei einigen Herstellern kann der Zustand der Kupplung durch optische Hilfen kontrolliert werden. Ein Test des Zustands durch die im Internet angegeben Testverfahren ist nicht zu empfehlen, stattdessen sollten Sie die Werkstatt aufsuchen.

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