Der Zahnriemen ist für viele Autofahrer ein Begriff. Er gehört zu den wichtigsten Bestandteilen am Motor und sollte regelmäßig gewechselt werden. Wenn der Riemen erschlafft und abspringt oder gar reißt, drohen schwere und vor allem kostenintensive Schäden. Wir erklären Ihnen, wofür der Zahnriemen überhaupt erforderlich ist und wann Sie den Zahnriemen wechseln sollten, um einen Motorschaden zu vermeiden. Anhand einiger Indizien können Sie feststellen, dass ein Austausch erforderlich ist.

Welche Aufgabe hat der Zahnriemen?

Beim Blick unter die Motorhaube lässt sich der Zahnriemen bei den meisten Fahrzeugen direkt erkennen, da er Ähnlichkeit mit einem großen, schwarzen Gummiband hat. Bei laufendem Motor ist das Bauteil in Bewegung, daher ist mit erhöhter Verletzungsgefahr zu rechnen! Beim Zahnriemen handelt es sich um einen Riemen aus synthetischem Kautschuk, der die Verbindung zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle bildet. Unter der Kautschuk-Hülle befindet sich ein Band aus Glasfasergewebe, das den Riemen besonders strapazierfähig macht und ein Reißen verhindern soll. Seinen Namen erhält der Zahnriemen aufgrund der Zähne, die für einen festen Halt auf den Zahnrädern sorgen und ein Überspringen des Riemens verhindern. Im Gegensatz zu einem klassischen Keilriemen lassen sich dadurch höhere Kräfte übertragen. Eine andere Bezeichnung für Zahnriemen ist Steuerriemen oder auch Synchronriemen. Das liegt vor allem an seiner Funktion, die der Zahnriemen ausübt. Er wird über die Kurbelwelle angetrieben und synchronisiert damit die Drehbewegung der Nockenwelle, die für das Öffnen und Schließen der Ventile verantwortlich ist. Als Alternative zum Zahnriemen kann bei einigen Fahrzeugen auch die Steuerkette zum Einsatz kommen, die deutlich robuster und langlebiger ist. Im Gegensatz dazu hat sie jedoch ein höheres Gewicht und verursacht lautere Fahrgeräusche. Außerdem sind Schäden auch bei einer Steuerkette nicht ausgeschlossen. Die Metallglieder könnten sich verlängern, sodass sich die Kette ebenfalls von den Zahnrädern ablösen könnte.

Welche Folgen hat ein defekter/kaputter Zahnriemen?

Wenn von einem „defekten Zahnriemen“ gesprochen wird, bedeutet dies in der Regel, dass der Riemen ausgeleiert ist und keine synchrone Verbindung zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle herstellen kann. Mit Hilfe der Spannrollen wird der Zahnriemen auf Spannung gehalten. Dennoch kann es passieren, dass der Riemen über die Zähne rutscht und die Synchronität verloren geht. In diesem Fall besteht das Risiko, dass die Steuerung der Ventile nicht mehr im richtigen Zeitpunkt erfolgt und die Kolben im Motor gegen die Ventile schlagen. Es droht ein Motorschaden! Einige Aggregate besitzen verschiedenen Schutzfunktionen, damit dieser Schaden nicht auftreten kann. Sollte der Zahnriemen sogar reißen oder von den Zahnrädern abspringen, dann kommt die Nockenwelle zum Stillstand. Auch in diesem Fall drohen starke Beschädigungen, die sogar zu einem kapitalen Motorschaden führen.

Warum kann ein Zahnriemen überhaupt reißen?

Es gibt viele Gründe, die einen Defekt am Zahnriemen zur Folge haben. Die häufige Ursache ist eine Materialermüdung, die von Autobesitzern auch mit guter Pflege nicht aufzuhalten ist. Im Laufe der Jahre wird das Material rissig und spröde, bis der Zahnriemen reißt. Daher ist ein rechtzeitiger Austausch erforderlich. Allerdings können auch Montagefehler einen Riss des Riemens verursachen. Wenn der Riemen nicht ordnungsgemäß über die Spann- oder Umlenkrollen und Zahnräder führt, wird er stärker beansprucht. Zudem führen eine falsche Spannung oder Schmutz und Öl zum vorzeitigen Lebensende des Zahnriemens. Eine regelmäßige Kontrolle, auch im Rahmen der Inspektion, ist daher besonders wichtig.

Wie macht sich ein defekter Zahnriemen bemerkbar?

Am besten lässt sich ein defekter/kaputter Zahnriemen mit Hilfe der Sichtprüfung erkennen. Ein Blick auf den Riemen zeigt, ob bereits Verschleißerscheinungen deutlich sind. Das können beispielsweise Ausdünnungen oder Ausfransungen, aber auch Risse sein. Außerdem sollte eine ausreichende Spannung spürbar sein, damit der Riemen nicht über die Zahnräder springt. Unerfahrene Autofahrer werden Schwierigkeiten haben, einen beschädigten Zahnriemen zu erkennen. Ein Besuch in der Werkstatt ist daher empfehlenswert. Und nicht immer lässt sich ein Schaden überhaupt vorzeitig erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die festgelegten Intervalle einzuhalten. Es ist günstiger und einfacher, den Zahnriemen einmal häufiger zu wechseln, als einen Schaden am Motor zu riskieren. Übrigens: Der Zahnriemen kann nicht Quietschen, da er aufgrund der Zähne nicht verrutschen, sondern nur Überspringen kann. Wenn aus dem Motorraum die klassischen „Quietschgeräusche“ zu hören sind, dann handelt es sich eher um einen lockeren Keilriemen.

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Wann wird der Wechsel des Zahnriemens fällig?

Die genauen Wechselintervalle des Zahnriemens sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Dennoch gibt es einige Faustregeln und Richtlinien, die eingehalten werden sollten. Unabhängig von regelmäßigen Kontrollen und Inspektionen sollte der Zahnriemen alle 30.000 Kilometer gründlich untersucht werden. Zudem ist ein Wechsel des Riemens spätestens alle 100.000 bis 120.000 Kilometer notwendig. Auch Autofahrer, die nur wenig unterwegs sind, sollten sich nicht zurücklehnen. Denn durch äußere Einflüsse kann das Material spröde und rissig werden. Daher gilt: Nach ungefähr sechs Jahren ist auch unabhängig von den gefahrenen Kilometern ein Zahnriemenwechsel erforderlich. Grundsätzlich sollte der Zahnriemen einmal zu oft als einmal zu wenig gewechselt werden. Moderne Zahnriemen sind standfester und robuster als ältere Bauteile. Insbesondere bei Young- und Oldtimern wird ein häufiger Zahnriemenwechsel empfohlen, denn ein Schaden am Motor wäre bei diesen Fahrzeugen besonders kostenintensiv.

Wie viel kostet es einen Zahnriemen zu wechseln?

Natürlich verursacht der Zahnriemenwechsel auch Kosten, wobei der Preis für einen neuen Zahnriemen verhältnismäßig gering ist. Der größte Anteil entfällt auf die Arbeitszeit. Wichtig ist vor allem, dass nicht nur der Zahnriemen, sondern auch Umlenk- und Spannrollen gewechselt werden sollten, da sie ebenfalls stark belastet werden. Die Kosten für alle Ersatzteile betragen je nach Fahrzeug zwischen 100 und 250 Euro. Sofern die Wasserpumpe getauscht wird, können auch 500 Euro anfallen. Bei den Ersatzteilen sollte jedoch nicht gespart werden, denn ein minderwertiger Zahnriemen kann frühzeitig reißen und somit einen Schaden am Motor verursachen. Es gilt der Klassiker: Wer billig kauft, kauft zweimal. Am höchsten sind beim Zahnriemenwechsel die Kosten für die Arbeitszeit, die je nach Modell zwischen zwei und fünf Stunden betragen kann. Bei freien Werkstätten fallen die Arbeitskosten etwas geringer aus als bei einer Vertragswerkstatt. Die Kosten für die Arbeitszeit kann bis zu 650 Euro betragen. Sie sollten daher beim Zahnriemenwechsel mit Kosten zwischen 300 und 900 Euro rechnen.

Wer kann den defekten Zahnriemen wechseln?

Grundsätzlich lässt sich der Zahnriemenwechsel auch in der heimischen Werkstatt vornehmen, allerdings wird diese Arbeit ausschließlich erfahrenen Schraubern empfohlen! Je nach Fahrzeug ist der Zahnriemen schwer zu erreichen, sodass die Arbeit nicht selten mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden ist. Manchmal müssen das Rad und die Radhausschale demontiert werden, in anderen Fällen sogar die Stoßstange und das Kühlsystem. Wichtig ist vor allem, dass nicht nur der Zahnriemen, sondern auch die Umlenk- und Spannrollen getauscht werden. Bei älteren Fahrzeugen wird die Wasserpumpe nicht über die Keilrippenriemen, sondern über den Zahnriemen angetrieben, sodass diese ebenfalls getauscht werden sollte. Auch heimische Schrauber müssen besonders darauf achten, dass die Stellung der Zahnräder nicht verändert wird, damit die Synchronisation erhalten bleibt. Das kann mit Hilfe von Markierungen oder einem Spezialwerkzeug zum Blockieren der Zahnräder erfolgen. Andernfalls kann der eigene Zahnriemenwechsel auch Kosten zur Folge haben, die den Preis für einen professionellen Austausch in der Werkstatt um ein Vielfaches übersteigen. Private Heimwerker sollten sich also gut überlegen, ob sie sich den Wechsel zutrauen.

Was gibt es zu beachten?

Wenn sich das eigene Fahrzeug noch innerhalb der Garantiezeit befindet, bekommen Sie den Austausch des Zahnriemens trotzdem nicht immer bezahlt. Einige Hersteller sind dennoch kulant und übernehmen die Kosten für einen Wechsel, sofern dieser aufgrund einer Beschädigung notwendig ist. Wichtig ist jedoch, dass Sie die Intervalle für den Zahnriemenwechsel einhalten. Sind die festgelegten Werte, wie Kilometerleistung oder Zeit, überschritten, dann entfallen die Gewährleistungen. Der Hersteller übernimmt in diesem Fall nicht mehr die Kosten für einen Schaden am Motor.

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