Ein kaputtes Auto ist immer nervenaufreibend, vor allem dann, wenn der Schaden scheinbar unerwartet auftritt. Das wäre der Fall, wenn der Anlasser defekt ist: Das Auto springt nicht mehr an. Morgens vor dem Arbeitsweg ist das eine Katastrophe. Hätte man den defekten Anlasser erkennen können? Wer hilft auf die Schnelle, was kostet die Reparatur?

Das Wichtigste in Kürze

  • #1: Wenn der Anlasser defekt ist, bedeutet das längst kein total kaputtes Auto.
  • #2: Die Werkstatt kann manchmal vergleichsweise günstig den Anlasser reparieren. Wenn das nicht gelingt bzw. zu teuer wäre, wird er zu etwas höheren Kosten getauscht – was immer noch keinen Weltuntergang bedeutet.
  • #3: Ja: Wir können lange vor dem Totalausfall einen defekten Anlasser erkennen. Wenn wir rechtzeitig darauf reagieren, können wir ihn auch kostengünstig reparieren lassen.

Was macht der Anlasser?

Der Anlasser – ein Elektromotor – verschafft mit Strom aus der Batterie dem Verbrennungsmotor das nötige Drehmoment für den Start. Dieses braucht der Motor, um das Kraftstoffgemisch anzusaugen, das dann die Zündkerzen zünden. Die nötige Startdrehzahl, die der Anlasser erzeugen muss, liegt in einem breiten Spektrum zwischen rund 100 bis 410 Umdrehungen pro Minute. Auch ein sehr langsam drehender Anlasser (kaum zwei Umdrehungen pro Sekunde) kann also unter günstigen Bedingungen das Auto noch starten lassen, was im Winter bei schwacher Batterie häufiger der Fall ist. Dass so etwas funktioniert, liegt an moderneren Kraftstoff-Luft-Gemischen. Der Anlasser ist als Elektromotor relativ klein und muss doch den großen, schweren Verbrennungsmotor anwerfen. Die Kraftübertragung erfolgt daher über ein Planetengetriebe. Beim Starten stößt zunächst ein Magnetschalter auf dem Anlasser den Prozess an, der ein Ritzel so bewegt, dass eine Zahnverbindung zwischen dem Motor und dem Getriebe entsteht. Der Anlasser dreht dann den Verbrennungsmotor und nimmt dabei aus der Batterie rund 100 Ampere beim Benzinmotor und rund 400 Ampere beim Dieselmotor auf. Das bedeutet unter anderem: Die Batterie braucht genügend Strom, was im Winter nicht immer gegeben ist.

Anlasser defekt: mögliche Fehlerquellen

  • Es ist regelrecht der Anlasser defekt (siehe weiter unten). Immerhin handelt es sich um einen Motor, also ein Verschleißteil.
  • Das Ritzel ist defekt oder greift nicht mehr richtig. Das lässt sich vergleichsweise leicht reparieren.
  • Die Batterie ist leer. Das ist ein Grund zur Entwarnung: Eine leere Batterie ist natürlich noch längst kein kaputtes Auto. Selbst der Anlasser kann vollkommen intakt sein.

Woran können wir einen defekten Anlasser erkennen?

Anhand der möglichen Fehlerquellen gilt es zunächst zu ermitteln, ob wirklich der Anlasser defekt oder die Batterie leer ist. Generell gilt: Wenn sich ein Anlasser bei warmen Außentemperaturen ganz normal dreht und den Motor anspringen lässt, aber bei Minusgraden viel weniger Umdrehungen pro Minute produziert, liegt es praktisch immer an der Batterie. Neue Batterien halten auch im Winter einigermaßen ihre Kapazität. Sehr schnell nachlassenden (verbrauchten) Batterien lässt sich mit einer Starthilfe beikommen, die es heute schon als mobilen Akku gibt, doch der Batteriewechsel ist eher zu empfehlen. Wenn sich der Anlasser aber trotz neuer Batterie und auch im Frühjahr/Sommer nur langsam und manchmal auch gar nicht dreht, ist er eindeutig verschlissen. Das passiert normalerweise erst ab Laufleistungen um 200.000 km oder auch deutlich mehr (je nach Fahrzeug), doch manche Fahrer beschädigen ihren Anlasser auch versehentlich, indem sie bei laufendem Motor nochmals die Zündung betätigen. Dabei rastet wiederum das Ritzel ein, das aber durch den schnell drehenden Verbrennungsmotor einen Schlag abbekommt. Dadurch geht es nicht gleich, aber möglicherweise bei häufigen Versehen dieser Art allmählich kaputt. Sollte der Anlasser beim Start Quietsch-, Krach- oder Kreischgeräusche von sich geben, weist das auf ein defektes Ritzel, aber auch auf eine defekte Welle im Anlasser hin. In so einem Fall empfiehlt es sich, umgehend die Werkstatt aufzusuchen – selbst wenn das Auto noch anspringt. Der Fachmann kann womöglich noch kostengünstig den Anlasser reparieren. Weitere Eskalationsstufen eines verschlissenen bzw. defekten Anlassers sind:
  • Er dreht durch.
  • Er klackt nur noch.
  • Er dreht gar nicht mehr.

Lieber verkaufen?

Erhalten Sie noch heute ein kostenloses Angebot für Ihr defektes Fahrzeug!Angebot erhalten Wenn er sich gar nicht mehr dreht – auch bei häufigen Versuchen und trotz voller Batterie nicht –, ist der Anlasser defekt (wenn andere Fehler wie ein defektes Kabel auszuschließen sind). Solche Anlasser werden oft ausgetauscht. Ein durchdrehender Anlasser deutet auf einen verschmutzten oder gänzlich defekten Freilauf hin, das lässt sich reparieren. Ein schwach klackender Anlasser deutet auf einen defekten Magnetschalter (Relais) hin, auch dieser kann ersetzt werden.

Anlasser reparieren: Was kostet das?

Je nach Modell und Art des Schadens belaufen sich die Kosten auf 50 bis 200 Euro, in Einzelfällen auch mehr. Achtung: Bei vielen Schäden des Anlassers lohnt die Reparatur nicht wirklich! Ein neuer Anlasser ist dann eher zu empfehlen.

Weitere empfohlene Artikel