Wer ein wie neu glänzendes Fahrzeug vorführen möchte, muss das Auto polieren. Diese Arbeit macht man sich nicht alle Tage, sie lohnt sich aber. Natürlich können Sie auch in der Werkstatt das Auto polieren lassen, doch mit der richtigen Politur schaffen Sie das auch allein – und können dabei nebenher Ihren Lack aufbereiten.

Auto polieren: Wiederverkaufswert steigt deutlich

Wer nach einigen Jahren an einen Verkauf denkt, sollte unbedingt zuvor sein Auto polieren. Der erste optische Eindruck nach dem Einsatz der Politur suggeriert, dass es sich hier um einen Top-Gebrauchten handelt, bei dem sicherlich auch sonst alles stimmt. Da ist sogar etwas dran: Besitzer, die ihr Auto polieren, gehen auch sonst pfleglich damit um und halten es meistens technisch in Schuss. Das kann den Wiederverkaufswert um 20 – 30 % erhöhen. Hinzu kommt: Wenn Sie das Auto polieren, schützen Sie damit den Lack. Er bleibt viel länger schön, weil Sie mit der Politur auch den Lack aufbereiten.

Warum sollte man das Auto polieren?

Die Politur trägt verwitterte Lackschichten ab und lässt damit im günstigsten Fall kleine Kratzer verschwinden. Da Sie mit der Politur in einem gewissen Umfang den Lack aufbereiten, ist er hinterher besser vor dem Ausbleichen und Verwittern durch Umwelteinflüsse geschützt. Das sind Regen, Schmutz und UV-Strahlung. Wenn Sie innerhalb von fünf Jahre drei bis fünf Mal Ihr Auto polieren, wird man das auf jeden Fall deutlich sehen.

Kann ich selbst mein Auto polieren?

Natürlich. Es macht Spaß, ist allerdings auch zeitaufwendig und körperlich etwas anstrengend. Wir liefern eine Anleitung für die Politur.

Wie oft sollte man ein Auto polieren?

Einmal jährlich wäre das Optimum, zweimal jährlich wäre vorbildlich, aber vielleicht schon etwas zu viel. Sie erkennen dann kaum noch einen deutlichen Effekt. Allerdings hängt das auch davon ab, wo der Wagen meistens steht. Wenn Sie daheim eine Garage haben und auch in der Firma ein Stellplatz in der Tiefgarage zur Verfügung steht, müssen Sie keinesfalls zu oft das Auto polieren – der Lack leidet dann nicht so sehr. Dann genügt es vielleicht, wenn Sie im Abstand von 18 bis 24 Monaten das Auto polieren.

Lack aufbereiten: Angriffe durch die Umwelt

Der Lack unserer Fahrzeuge wird im Alltag stark strapaziert. Die größten Angriffe finden durch diese Stoffe statt:

  • alltäglicher Staub und Straßenschmutz
  • Vogelkot
  • saurer Regen
  • UV-Licht
  • gestreutes Salz im Winter
  • Split
  • Frost und Schnee
  • winzige Steinschläge durch vorausfahrende Autos

Was lässt sich durch die Politur erreichen?

Wir haben schon darauf verwiesen, dass Sie den Lack aufbereiten, wenn Sie das Auto polieren. In der Politur sind nämlich feine Schleifmitteln enthalten. Diese tragen eine dünne Lackschicht ab, glätten dabei den Autolack und entfernen kleinere Kratzer. Das funktioniert bei all den oberflächlichen Minikratzern, die durch Splitt, Frost, Streusalz und winzige Steinschläge entstehen. Bei einem tiefen Kratzer genügt diese Methode natürlich nicht. Da Sie nach der Politur den Lack auch mit Wachs versiegeln, entschleunigen Sie dessen Abnutzung und damit auch die Wertminderung des Wagens.

Werkstatt oder selbst polieren?

Wie eingangs erwähnt: Es ist eine etwas anstrengendere Arbeit. Doch den normalen Wagen können Sie ruhig selbst polieren. Bei Luxusautos und bei Oldtimern mit oftmals wertvollen und seltenen, heute nicht mehr gebräuchlichen Lacken raten wir eher zur Werkstatt. Die Oldtimer können durch eine Politur sehr viel wertvoller werden – aber durch eine schlechte Ausführung auch deutlich im Wert verlieren.

Auto polieren: DIY-Anleitung

Die wesentlichen Schritte für die Politur sind:

  • gründliche Autowäsche
  • Lackschäden ausbessern bzw. Lack aufbereiten
  • eigentliche Politur
  • Wachs- oder Nanoversiegelung

Schauen wir uns diese einzelnen Etappen nun detailliert an.

Autowäsche

Die vorherige Autowäsche muss gründlich ausfallen. Pollen, Staubpartikel, Vogelkot und sonstiger Schmutz müssen entfernt werden. Ansonsten würden Sie mit den Rückstände unter Umständen den Lack beschädigen, wenn Sie das Auto polieren. Sollten Sie den Wagen in die Waschanlage fahren, wählen Sie eine ohne Bürsten und stattdessen mit Textilstreifen. Verzichten Sie nach der Wäsche auch auf die Heißwachsbehandlung. Diese eignet sich nicht vor einer Autopolitur. Kontrollieren Sie hinterher noch einmal genau, ob der Lack wirklich überall sauber ist. Sie können das Auto auch komplett selbst waschen. Verwenden Sie ein ein Autoshampoo und arbeiten Sie ohne Schwamm, in welchem sich Teilchen verfangen können. Nehmen Sie ein weiches Tuch.

Lack aufbereiten

Inspizieren Sie nach der Wäsche den Ist-Zustand Ihres Wagens. Bessern Sie größere Lackschäden mit einem Lackreparatur-Set aus. Die Politur richtet sich nur gegen winzige Lackschäden (siehe oben).

Auto polieren

Lieber verkaufen?

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  • Exzentermaschine: Das Polierpad dieser Maschine rotiert und vollführt gleichzeitig Schwingbewegungen. Es entsteht ein sanfter Polierdruck fast ohne Hitze. Das Polieren dauert länger, ist aber sicherer. Anfängern ist diese Maschine zu empfehlen. Allerdings ist das Ergebnis meistens nicht ganz so prachtvoll wie mit anderen Maschinen.
  • Exzentermaschine mit Zwangsrotation: Diese Maschine arbeitet etwas schneller, ist aber lauter, schwerer und teurer.
  • Rotationsmaschine: Profis wenden diese Maschine an, die nicht schwingt, sondern nur rotiert. Der Lack wird damit heißer, weshalb hier Übung erforderlich ist. Anfängern raten wir ausdrücklich von der Rotationsmaschine ab: Sie kann bei unsachgemäßer Handhabung Schäden verursachen.

Anschaffung einer Poliermaschine

Wenn Sie so eine Maschine kaufen, sollten Sie auf den Durchmesser des Poliertellers achten, der zu Ihrem Fahrzeug passen muss. Ein kleinerer Teller verursacht mehr Arbeit, ist aber sicherer. Achten Sie auch auf eine einstellbare Drehzahl. Als Anfänger beginnen Sie am besten mit einer sehr niedrigen Drehzahl. Nicht zuletzt benötigen Sie ein etwas längeres Kabel (mindestens vier Meter).

Auto polieren mit der Poliermaschine: Durchführung

Sie benötigen spezielle Maschinenpolitur. Geben Sie etwas davon auf den Schwamm und tragen Sie die Politur mit sehr sanftem Druck auf. Die Maschine rotiert: Daher polieren Sie nicht kreisförmig. Gehen Sie rechteckig vor. Halten Sie die Maschine immer in Bewegung, sonst entstehen Lackverbrennungen.

Wachsversiegelung

Mit der Wachsversiegelung konservieren Sie den neuen Glanz für eine Weile. Sie verwenden im Gegensatz zum Heißwachs der Waschanlage, das nur einige Wochen hält, nach der Autopolitur Hartwachs. Ein wenig davon ist meistens schon im Politurmittel enthalten. Sie können dennoch gesondert Hartwachs auftragen, weil das zu einem noch besseren Ergebnis führt. Naturwachs auf Carnaubabasis eignet sich sehr gut, es ist unglaublich widerstandsfähig. Beim Einwachsen gehen Sie im Grunde genauso vor wie bei der Politur. Geben Sie das Wachs auf den Schwamm, reiben Sie es dann in Kreisbewegungen ein. Nach einer kurzen Trockenzeit (zwei bis drei Minuten) reiben Sie den Wachs so glatt, dass keine Rückstände mehr zu sehen sind.

Alternative zum Wachs: abschließende Nanoversiegelung

Sie können anstelle der Wachs- auch eine Nanoversiegelung verwenden. Diese erhalten Sie im Handel. Dieses moderne Mittel schützt Ihren Lack langfristig, erfordert aber auch sehr viel Umsicht bei der Anwendung.

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