Getriebeschaden weiterfahren?

Defekte und Schäden am Auto machen im Alltag immer dann auf sich aufmerksam, wenn es der eigene Terminkalender gerade am wenigsten zulässt. Ist Ihnen Verschleiß oder ein Schaden an Ihrem Wagen aufgefallen, der eigentlich dringend von einer KFZ-Werkstatt untersucht werden müsste, passt das meist so gar nicht mit den Plänen für das Wochenende oder der anstehenden Berufsreise zusammen. Da der eigene PKW für viele Autobesitzer nach wie vor das Verkehrsmittel Nummer eins ist, gibt es immer wieder Überlegungen, trotz des Schadens weiterzufahren und die Reparatur hinauszuschieben. Auch Getriebeschäden sind von diesen Gedankengängen nicht ausgeschlossen, denn den Autofahrern ist bewusst, dass gerade dieser sich langsam anbahnt und somit möglicherweise noch einige dringende Fahrten erlaubt, bevor das Auto in die Werkstatt muss. Wie Sie in unseren Getriebeschaden-FAQ nachlesen können, ist der „Getriebeschaden“ ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Defekten an der Übersetzungstechnik mit diversen Ursachen. Für die Überlegungen, ob bei einem Getriebeschaden das Weiterfahren denkbar ist, sind weitaus schwierigere Faktoren relevant, als sich der Autolaie zunächst vorstellen kann.

Kann ich bei einem Getriebeschaden weiterfahren?

Wenn diese Frage auf die rein mechanische Fähigkeit des Autos, trotz eines sich anbahnenden Getriebeschadens noch zu fahren, abzielt, so könnte dies wohl unter Einschränkungen mit „Ja“ beantwortet werden. Den meisten Autobesitzern, die mit dem Gedanken spielen, das eigene Auto mit einem offensichtlichen Schaden am Getriebe zu bewegen, geht es bei genauerem Hinsehen jedoch meist gar nicht um diese Frage. Die Frage „kann ich bei einem Getriebeschaden weiterfahren?“ müsste in Wirklichkeit meist lauten: „Kann ich trotz des Getriebeschadens fahren, ohne finanzielle und persönliche Schäden befürchten zu müssen?“. Dass dies wiederum in absolut allen Fällen, bei denen es um einen Getriebeschaden geht, mit „Nein“ zu beantworten ist, leuchtet auch dem Laien ein.

Als ersten Faktor wäre hier das Thema Verkehrssicherheit anzusprechen. Wenn Sie ein Auto trotz des Getriebeschadens weiterfahren, nehmen Sie das Risiko in Kauf, im Straßenverkehr unvermittelt das Versagen des Getriebes herbeizuführen. Egal, ob die Bremsen defekt sind, Sie mit übersprungener Steuerkette weiterfahren wollen oder eben das Getriebe nicht mehr intakt ist – Die Verkehrssicherheit Ihres PKWs ist aufgrund derartiger Schäden nicht mehr uneingeschränkt gegeben. Werden Sie nun beispielsweise in einen Unfall verwickelt und im Nachgang wird festgestellt, dass Ihr Wagen nicht hätte bewegt werden dürfen, zieht dieses fahrlässige Handeln Konsequenzen nach sich, zu denen der Getriebeschaden an sich im Vergleich verschwindend gering erscheint.

Das sollten Sie zusätzlich beachten, wenn Sie mit einem Getriebeschaden weiterfahren

Auch abseits der rechtlichen Aspekte, die den Gedanken an das Weiterfahren bereits zum Tabu machen sollten, gibt es weitere Folgen zu berücksichtigen. Autofahrer, die den eigenen PKW trotz klarer Anzeichen eines Getriebeschadens weiterfahren, setzen letztendlich auch die persönliche Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel. Sollte beispielsweise an einer Kreuzung der erste Gang aufgrund des Getriebeschadens wieder herausspringen und Ihre Anfahrt so abrupt abbrechen, sind andere Autofahrer auf den Defekt Ihres Wagens nicht vorbereitet und können selbst möglicherweise nicht schnell genug reagieren. In diesem und ähnlichen Szenarien ist die Gefahr eines schweren Unfalls, weil Autofahrer trotz eines Defekts wie einem Getriebeschaden weiterfahren, sehr real. Zwar ist es zutreffend, dass sich ein Getriebeschaden mit seinen Symptomen in vielen Fällen langsam anbahnt und somit nicht gleich das Versagen des Getriebes bedeutet, doch sollten Autolaien sich niemals auf eigene Schadensdiagnosen verlassen. Beim Fahren ohne ausreichend Getriebeöl kann es nämlich durchaus in Windeseile zu einem gravierenden Schaden kommen. Auch wenn Sie die ersten Anzeichen des Getriebeschadens als milde erachten, kann sich die Funktion des Getriebes während der Fahrt rapide verschlechtern, was Sie als Insasse in gefährliche Situationen bringt. Sollten Ihnen Anzeichen eine Getriebeschadens auffallen, empfiehlt es sich bereits aus Eigeninteresse, alle Gedanken an das Weiterfahren zu verbannen und eine kompetent durchgeführte Diagnose vom Kfz-Profi abzuwarten.

Weiterfahren trotz Getriebeschaden – Das Problem der explodierenden Reparaturkosten

Man sollte sich nicht darauf verlassen, das der Getriebeschaden sich noch im Anfangsstadium befindet und das Weiterfahren in naher Zukunft noch keinen schweren Getriebeschaden herbeiführen wird. Wie in unserem Getriebeschaden Kosten – Ratgeber nachzulesen, hängen die Kosten der Instandsetzung bei einem defekten Getriebe stark davon ab, wie frühzeitig der Autobesitzer den eigenen Wagen in die Werkstatt bringt. Auch wenn Ihnen etwas am eigenen PKW gelegen ist und Sie sich als aufmerksamer Fahrer bezeichnen würden, können Sie sich nicht sicher sein, dass die Symptome des Getriebeschadens wirklich zum ersten Mal auftreten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war in den letzten Wochen das Radio etwas zu laut, um die ungewohnten Vibrationen und Geräusche des Getriebes zu bemerken oder Ihre Gedanken waren auf dem Weg zur Arbeit schon bei der nächsten Videokonferenz und Ihnen ist nicht aufgefallen, dass die Schaltung zunehmend schwergängig wurde.

Die Kosten für eine Reparatur des Getriebeschadens entwickeln sich, wenn Sie trotz des Schadens weiterfahren, sicherlich nur in eine Richtung und möglicherweise provozieren Sie so unbewusst einen wirtschaftlichen Totalschaden Ihres Gebrauchtwagens. Um eine Kostenexplosion bei der Reparatur des Wagens zu vermeiden, verbietet es sich somit trotz des Getriebeschadens weiterzufahren. Wenn Sie bei den ersten Anzeichen des Defekts die Werkstatt Ihres Vertrauens aufsuchen, lässt sich das Getriebe mit etwas Glück mit überschaubarem Aufwand überholen.

Die Alternative zum Weiterfahren bei einem Getriebeschaden

Besonders bei älteren Gebrauchtwagen, die bereits an diversen substanziellen Stellen Verschleiß aufweisen, ist ein Getriebeschaden eine unangenehme Angelegenheit für den eigenen Geldbeutel. Unabhängig davon, wie aufwändig und teuer die Reparatur des Getriebeschadens tatsächlich wäre, stellt jede weitere Reparatur eines Defekts eine qualvolle Investition dar, da Sie als Besitzer nahezu von Tag zu Tag beobachten können, wie der Zahn der Zeit am eigenen Fahrzeug nagt. Gerade deshalb kommt es immer wieder vor, dass Autoeigentümer trotz des Getriebeschadens weiterfahren, da Sie kein zusätzliches Geld für die Instandsetzung des Altwagens aufwenden wollen. Anstatt in dieser Situation den oben dargelegten Gefahren ausgesetzt zu sein und mit jeder Fahrt ein noch größeres finanzielles Fiasko zu riskieren, sollten Sie sich lieber dazu entschließen, einen souveränen Schlussstrich unter das leidige Thema rund um den maroden Gebrauchtwagen zu ziehen und die Möglichkeit einer Neuanschaffung überdenken. Mithilfe von professionellen Ankaufunternehmen können Sie das Altauto auch mit akutem Getriebeschaden verkaufen und müssen nicht vor dem Verkauf noch Geld in die Reparatur stecken, wie es für einen erfolgreichen Verkauf am privaten Gebrauchtwagenmarkt nötig wäre. Anstatt den Wagen mit Getriebeschaden unter hohem Risiko weiterzufahren, trennen Sie sich somit problemlos von Ihrem Gebrauchten und können den Erlös zeitnah in die sinnvolle Neuanschaffung investieren.