Wer den Autoverkauf privat angeht, muss dabei einiges beachten. Das beginnt bei der Autoaufbereitung, wenn Sie ein altes Auto verkaufen möchten, setzt sich über die Zahlungsvereinbarung und den Kaufvertrag fort und endet erst mit der Übergabe von Geld und Fahrzeug sowie den nötigen Abmeldevorgängen. Wichtig zu wissen: Wenn Sie ein Auto privat verkaufen, geht es nicht nur um den erzielbaren Preis, sondern auch um die Rechtssicherheit.

Autoverkauf privat: Welche Schritte gehören dazu?

  • #1 Autokauf vorbereiten
  • #2 Aufbereitung des Wagens
  • #3 Probefahrt
  • #4 Zahlungsvereinbarung
  • #5 Erstellung des Kaufvertrages
  • #6 Übergabe der Unterlagen

Gebrauchtwagen verkaufen: Grundsatzfragen

Eine grundlegende Frage ist, warum Sie Ihr Auto privat verkaufen möchten. Der Käufer könnte sich dafür interessieren. So sollte es kein Argument sein, dass Sie aus irgendwelchen Gründen nicht ganz zufrieden mit dem Modell sind. Das schreckt einen Interessenten natürlich ab. Auch dass Sie gerade Geld brauchen, ist kein guter Grund, einen Gebrauchtwagen zu verkaufen. Wenn der potenzielle Käufer davon erfährt, drückt er den Preis. Schädlich ist es zudem, überstürzt ein altes Auto zu verkaufen. Ein schneller Verkauf ist immer ein zu billiger Verkauf. Bedenken Sie auch gut, warum Sie den Autoverkauf privat ankurbeln. Beim Händler ginge es schneller und unkomplizierter. Er würde sich um alle Formalitäten kümmern. Das kostet aber Geld: Das Angebot des Händlers liegt deshalb regelmäßig unter dem privat erzielbaren Preis. Diesen Vorteil realisieren Sie aber nur, wenn Sie einen seriösen Preis für das Fahrzeug ermitteln und nur zu diesem Preis verkaufen. Wenn Sie mit diesen Überlegungen fertig sind, denken Sie darüber nach, auf welchem Weg Sie das Auto privat verkaufen wollen. Es gibt gute Online-Plattformen wie Autoscout und Mobile, auch der Weg über eine Anzeige – online und/oder in einer Printausgabe – funktioniert nach wie vor. Die Käufer sind überwiegend Privatpersonen, die im besten Fall mit Ihren Preisvorstellungen einverstanden sind. Nur gehören Geduld, Nerven und Organisationstalent dazu, auf diesem Weg einen Gebrauchtwagen zu verkaufen. Darüber hinaus haben sich inzwischen einige Autoankauf- und Vermittlungsportale etabliert, auf denen Händler diejenigen Halter unterstützen, die ihr Auto privat verkaufen möchten. Dazu gehören unter anderem Carsale24 und Mobile Motorverkauf. Die dort vertretenen Händler kaufen entweder das Fahrzeug und verkaufen es weiter oder finden entsprechende Kaufinteressenten. Auf diesem Markt kann es aber unseriöse Anbieter geben. Es lohnt sich, nach Zertifikaten und Erfahrungsberichten zu schauen. Diese Portale nehmen eine Zwitterstellung zwischen dem rein privaten Autoverkauf und dem Autohaus ein: Sie unterstützten die Abwicklung, sodass sich relativ unkompliziert ein Auto privat verkaufen lässt. Es steht aber keine Werkstatt dahinter, die den Wagen auch checkt und für den Käufer aufbereitet. Die letzte grundlegende Überlegung zum privaten Autoverkauf ist der Zeitpunkt: Die beste Zeit ist das Frühjahr, gefolgt vom Herbst. Der Sommer gilt als ungünstig, der Winter als schlechtester Zeitpunkt.

Altes Auto verkaufen: Ist die vorherigen Abmeldung erforderlich?

Grundsätzlich: Nein, das ist sie nicht. Wenn Sie Ihr Auto privat verkaufen, genügt es, per Kaufvertrag den Käufer zur „zeitnahen“ Ummeldung zu verpflichten. Zeitnah bedeutet eine Frist von sieben bis maximal zehn Tagen. Das erspart Ihnen die eigene Abmeldung. Die Kfz-Versicherung geht zunächst ab Übergabezeitpunkt (der auf die Minute im Vertrag vermerkt wird) auf den Käufer und neuen Halter über. Dieser kann sie dann per Sonderkündigungsrecht innerhalb von vier Wochen kündigen. Das Fahrzeug ist aber damit ab dem Übergabezeitpunkt versichert. Ein möglicher Schaden geht nicht mehr zu Ihren Lasten. Wenn Sie aber selbst das Auto vor dem Verkauf abmelden, sind Sie bezüglich der Kfz-Steuer und der Versicherung abgesichert. Das Abmelden verursacht geringe Kosten. Es hat den Nachteil, dass ab dem Abmeldezeitpunkt ein Kurzzeitkennzeichen erforderlich ist. Daher wählen die meisten Verkäufer den erstgenannten Weg: Im Kaufvertrag steht der Passus, dass der Käufer das Fahrzeug zeitnah ummelden muss.

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Auto privat verkaufen: Wie funktioniert das „Marketing“?

Wie schon erwähnt gibt es verschiedene Wege, das Fahrzeug zu offerieren. Doch zu einem „Marketing“ gehört auch, den Wagen richtig darzustellen und einen realistischen Preis zu ermitteln. Wichtig zu wissen: Niemand, der einen Gebrauchtwagen verkaufen möchte, darf den potenziellen Käufer über den Zustand des Fahrzeugs täuschen. Frühere Unfallschäden – so gut sie auch repariert sein mögen – müssen sogar im Kaufvertrag vermerkt werden. Auch weniger gravierende Mängel sollten durchaus kommuniziert werden. Sie beeinträchtigen keinesfalls den Verkauf, wenn der Preis stimmt. Wer diese Mängel aber verschweigt, riskiert einen Besichtigungstourismus: Es stellen sich zahllose Interessenten ein, die sich das Fahrzeug anschauen und eine Probefahrt unternehmen, es aber wegen der vorher nicht bekannten Mängel am Ende nicht kaufen. Das ist auch für Sie selbst zeit- und nervenraubend, wenn Sie ein Auto privat verkaufen. Ersparen Sie sich das: Stellen Sie das Auto exakt, seriös, aber natürlich auch vorteilhaft dar und ermitteln Sie einen angemessenen Preis. Es gibt hierfür Online-Tools (teilweise kostenlos, teilweise – wie die Schwacke-Liste – kostenpflichtig), darüber hinaus gibt es sehr exakte Wertgutachten vom TÜV und der DEKRA. Diese sind aber sehr teuer und lohnen sich keinesfalls, wenn Sie ein altes Auto verkaufen wollen. Eine dritte Möglichkeit wäre, einen Händler zu fragen. Dieser nennt einen Preis, der rund 20 – 25 % unter dem privat erzielbaren Preis liegt und eine gute Orientierung bietet. Sie können bei Ihrer Preisangabe in einem Inserat oder auf einem Online-Portal einen Festpreis nennen oder auf die Verhandlungsbasis (VB) hinweisen. Bei der VB dürfen Sie davon ausgehen, dass Sie ein Käufer um durchschnittlich 15 % herunterhandelt. Wenn Sie ein Auto privat verkaufen und hierfür eine Anzeige erstellen, gehören dazu Bilder des Wagens (auch Mängelbilder wie „vorn links Kotflügel leicht beschädigt“) und technische Daten:

  • Marke/Modell
  • Baujahr
  • Laufleistung
  • Motorleistung
  • Datum der letzten HU oder „HU bis ...“
  • Kraftstoff und Kraftstoffverbrauch (Drittelmix genügt)
  • Sonderausstattung
  • gegebenenfalls genaue Farbbezeichnung, falls das Bild zu wenig aussagekräftig ist

Ganz vorn in der Anzeige steht der Preis. Dann folgen die technischen Angaben in der von uns genannten Reihenfolge. Sie können natürlich noch viel mehr in eine Anzeige schreiben, etwa das Kofferraumvolumen und auch die Möglichkeit, dieses durch Umlegen der Rücksitze auf den Wert XY zu erhöhen. Das sind alles sehr interessante Angaben, die aber nach hinten in die Anzeige gehören. Manche Käufer interessieren sich auch für die Höchstgeschwindigkeit, die man bei leistungsfähigen Motoren durchaus angibt, und die Art des Getriebes. Schauen Sie sich einmal einschlägige Anzeigen zum Beispiel auf Autoscout an. Bedenken Sie nur, dass ein Kaufinteressent zunächst alle Anzeigen überfliegt und dabei nur nach Preis, Marke + Modell und Baujahr/Laufleistung schaut.

Altes Auto verkaufen: Aufbereitung ist wichtig!

Sie können, bevor Sie Ihr Auto privat verkaufen, dieses in die Werkstatt bringen. Sie bringt es technisch auf Vordermann. Das wäre dann zu empfehlen, wenn es starke technische Beeinträchtigungen gibt, die eine drohende Fahruntüchtigkeit befürchten lassen. Sie können auch nach einem Käufer suchen, der diese Mängel oder Unsicherheiten akzeptiert und bei einem relativ niedrigen Preis die nötige Reparatur lieber selbst veranlasst – weil er beispielsweise eine sehr günstige Werkstatt an der Hand hat. Wenn Sie ein sehr altes Auto verkaufen, müssen Sie sich mit dieser Überlegung auseinandersetzen. Der zweite Weg – lieber mit Mängeln, aber sehr billig – ein altes Auto zu verkaufen kann sinnvoller sein. Ihr Käufer kennt vielleicht einen privaten Bastler oder eine freie Werkstatt, wo die Reparatur sagenhaft günstig durchzuführen ist. Sie selbst müssten die Reparaturkosten auf den Preis aufschlagen. Derselbe Kaufinteressent würde Ihnen das somit wieder teurere, aber immer noch sehr alte Auto nicht mehr abkaufen. Es bleibt immerhin alt. Es gibt Käufer, die gezielt nach reparaturanfälligen, dabei aber spottbilligen Autos suchen, die sie dann aufbereiten lassen. Auf eine Autowäsche sollten Sie wiederum nicht verzichten. Dazu gehört auch die gründliche Reinigung des Innenraums. Ein etwas besseres Auto etwa bis zum Alter von zehn Jahren können Sie auch in einer Werkstatt richtig aufbereiten lassen. Dazu gehört eine Lackpolitur, die den Verkaufswert möglicherweise um 10 – 20 % erhöhen kann. Sogar kleine Kratzer und Dellen lassen sich per Smart Repair ausbessern. So eine Autoaufbereitung kann je nach Umfang rund 80 bis 490 Euro kosten. Wenn Sie das Fahrzeug selbst aufbereiten und pflegen möchten, gehören diese Arbeiten dazu:

  • Wäsche außen mit Heißwachs oder
  • eigene Politur mit Hartwachsversiegelung
  • Innenraumpflege
  • Reifen + Felgen reinigen
  • Motorraumpflege
  • Kontrolle von Reifendruck, Kühlwasser, Ölstand und Bremsflüssigkeit
  • Kontrolle des Zubehörs (Reserverad, Sanipack, Warndreieck, Abschlepphaken oder -seil, Schlüssel für Radmuttern)

Probefahrt

Wenn Sie ein Auto privat verkaufen, sollten Sie immer eine Probefahrt vereinbaren. Ob sie stattgefunden hat und welche Mängel dabei festgestellt wurden, steht am Ende im Kaufvertrag. Für die Probefahrt muss das Auto versichert sein. Klären Sie das mit Ihrer Versicherung. Seien Sie bei der Probefahrt dabei und lassen Sie sich vom Fahrer den Führerschein zeigen. Wenn Sie nicht mitfahren wollen, lassen Sie sich ein Personaldokument aushändigen. Die Probefahrt ist natürlich nicht Pflicht, aber im Normalfall zu empfehlen.

Kaufvertrag

Verwenden Sie am besten als sicheres Muster den ADAC-Kaufvertrag, wenn Sie Ihr Auto privat verkaufen.

Bezahlung und Übergabe

Sie übergeben die Zulassungsbescheinigungen Teil I und II, den Nachweis der letzten HU und Abgasuntersuchung, alle Schlüssel, gegebenfalls den Radiocode und das im Vertrag vereinbarte Zubehör. Wir empfehlen Barzahlung gegen Übergabe der Schlüssel und Unterlagen, wenn Sie ein Auto privat verkaufen.

 

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