Fahrzeug mit Motorschaden durch E10
Fahrzeuge, die ab 2019 hergestellt werden, tragen in der Regel ein E5- und ein E10-Etikett in der Nähe des Tankdeckels, das angibt, welche Kraftstoffe sie tanken können. Wo liegt also das Problem? Nun, Fahrern von Fahrzeugen, die vor 2002 zugelassen wurden, wurde geraten, kein Kraftstoff E10 in ihren Fahrzeugen zu verwenden, da Probleme aufgetreten sind.
Der Bio-Ethanolgehalt im E10-Benzin und der Biodieselgehalt im regulären Diesel sind indessen so hoch, dass diese Kraftstoffe Dichtungen, Gummiteile, Metalllegierungen und sogar Kunststoffe angreifen. Bei Autos mit Baujahr 2002 und älter sowie bei einigen wenigen exotischen Modellen kann es zum Motorschaden durch E10 kommen, weil diese einfach nicht auf den Kraftstoff vorbereitet sind.
Eine weitere Gefahr ist, dass sich durch diese aggressiveren Kraftstoffe Ablagerungen in älteren Motoren und im Kraftstoffsystem lösen und zu Verstopfungen führen. In solchen Fällen kann auch ein qualitativ hochwertiges Aggregat von Audi, Mercedes oder BMW einen Motorschaden erleiden.
Inhaltsverzeichnis:
Wie ein Motorschaden durch E10 entstehen kann
Erneuerbare Bestandteile wie Biodiesel und Ethanol dem regulären Kraftstoff beimischen, das ist nichts Neues. Seit mehr als 15 Jahren ist dies eigentlich eine übliche Praxis, über die aber nie groß debattiert wurde. An den Tankstellen, wie Esso, Aral oder Shell, wird Benzin E5 und Diesel B7 seit vielen Jahren angeboten. E5 heißt, dem Benzin sind bis zu 5 % Ethanol beigemischt. B7 kennzeichnet Diesel, der mit bis zu 7 % Biodiesel vermengt ist.
Dieses Mischungsverhältnis ist unkritisch, weshalb kein Autofahrer falsch getankt haben kann. Erst mit der Erhöhung des Anteils von Ethanol im Benzin und von Biodiesel im regulären Diesel, bekannt als E10-Kraftstoffe, mussten besondere Maßnahmen getroffen werden, um einen Motorschaden vermeiden zu können.
Motorschaden durch E10: Ethanol und Biodiesel sind aggressiver zum Material
Ethanol ist ein Kraftstoff auf Alkoholbasis, der aus einer Reihe von Pflanzen hergestellt wird. In Deutschland werden vor allem Zuckerrüben und Weizen genutzt.
Um in einem chemischen Verfahren Biodiesel zu gewinnen, werden pflanzliche Öle und Fette sowie tierische Fette benötigt. Haken bei der Sache ist, dass sowohl der Alkohol Ethanol als auch die verwendeten Fette aufgrund ihrer Säurehaltigkeit auf verschiedene Materialien aggressiv einwirken.
In der Folge werden verschiedene Legierungen angegriffen und es kann zu Schäden an Dichtungen aller Art kommen, sind diese nicht säureresistent. Deshalb müssen seit 2011 alle Neuwagen mit entsprechenden Dichtungen ausgestattet sein und es dürfen nur spezielle Materialien beim Motorenbau verwendet werden, damit die Autos E10 tanken können. Auf diesem Wege werden die Ursachen eines Motorschadens im Vorwege ausgeräumt, sodass der Verwendung von E10 nichts im Wege steht.
Negative Auswirkungen und Gefahren für einen Motorschaden bei E10
Ob E10 tatsächlich der Umwelt hilft und welcher Größenordnung, dies ist höchst umstritten. Nach Angaben der Bundesregierung werden durch E10 jährlich um 3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Ausgerechnet Umweltschutzorganisationen halten dagegen und behaupten, die Biobilanz von Super E10 würde deutlich schlechter ausfallen oder sogar ein erhebliches Minus aufweisen. Fest steht aber, dass:
- Ein höherer Ethanol Anteil im Benzin kann dazu führen, dass sich ein Motor bei Kälte schwerer starten lässt:
- Die höhere Flüchtigkeit von Ethanol bei höheren Betriebstemperaturen zur Dampfsperre beiträgt. Dabei wird das Benzin gasförmig, was zum Abwürgen des Motors führt.
- Die hohe Löslichkeit von Ethanol bei vielen Dichtungsmaterialien in Kraftstoffsystemen sowie bei Glasfaserkunststoffen zu Problemen führen kann.
- Die Gefahr von Kraftstofflecks erhöht ist.
- Sich Gummis und Harze teilweise auflösen und Ablagerungen bilden, die die Vergaserdüsen verschmutzen oder blockieren können.
- Ethanol sauer werden kann und dann Korrosion an Aluminium, Zink und verzinkten Materialien sowie an Messing, Kupfer und mit Blei oder Zinn beschichteten Stählen verursachen kann.
- Der Brennwert von Ethanol und Biodiesel geringer ist als der herkömmlicher Kraftstoffe. In der Folge kann der Kraftstoffverbrauch steigen.
Motorschaden durch E10 bei älteren Fahrzeugen vermeiden
Sicherlich werden echte Klassiker, die 40 Jahre oder älter sind, alle Probleme beim Tanken von E10 haben. Darunter fallen alle Konstruktionen mit einem Verbrennungsmotor, vom Lkw über die Autos und Motorräder bis zum Rasenmäher.
Einen Motorschaden erkennen, rechtzeitig, dies ist eine Kunst. Meist kündigt sich das Desaster akustisch durch ein verändertes Motorgeräusch an und das Aggregat reagiert anders auf Gas und Beschleunigung.
Besitzer gefährdeter Fahrzeuge können sich mit Ersatzmotorteilen aus ethanolverträglichen Materialien versorgen. Ansonsten besteht die schnelle Lösung darin, das höheroktanige E5-Benzin mit 97-99 Ron zu verwenden, das an den meisten Tankstellen auch nach der Einführung von E10 erhältlich ist.
Motorschaden durch E10 durch falsches Tanken
Wer an der Zapfsäule einen Fehler macht und ein älteres Auto mit E10 betankt, ist nicht verloren. Im Gegensatz zu den Folgen, die eine Fehlbetankung mit Benzin oder Diesel hat, lässt sich E10 einfach mit E5 mischen. Falsch tanken sollte aber nicht zur Gewohnheit werden.
Ihr Pkw hat einen Motorschaden durch E10?
Dann können Sie diesen reparieren lassen oder alternativ das Auto mit Motorschaden verkaufen. Wird Ihnen ein guter Preis geboten, macht ein Verkauf Sinn, denn Sie können mit dem Erlös einen Neuwagen kaufen oder leasen und sind bereits am nächsten Tag wieder mobil.
Hintergrund zum Motorschaden durch E10-Kraftstoff
Herkömmliche Kraftstoffe verbrennen auf bewährte Art, was hohe CO₂-Werte zur Folge hat. Zudem werden bei der Verbrennung von rohölbasierten Kraftstoffen umweltbelastende Stoffe wie Ruß, Feinstaub und Stickoxid produziert.
Um diese traditionellen Kraftstoffe weniger umweltgefährdend zu machen, wurde von Europas politischer Führung beschlossen, den Kraftstoffen Biodiesel oder Ethanol beizumischen. Biodiesel und Ethanol sind erneuerbare Kraftstoffe, denn sie werden aus Pflanzen gewonnen.
Der Kunstgriff dabei ist, dass ein pflanzlicher Kraftstoff bei der Verbrennung nur so viel CO₂ abgeben kann, wie die Pflanze selbst beim Wachstum aufgenommen hat. Im Prinzip ist ein Biokraftstoff demnach CO₂-neutral. Dies stimmt nicht ganz, denn in der Rechnung fehlt der CO₂-Ausstoß, welcher durch die Gewinnung des Kraftstoffes, die Aussaat der Pflanzen, die Ernte und die Transporte der Rohstoffe sowie des Kraftstoffs entstehen.
Die in Europa geltende Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung schreibt vor, dass ein E10-Kraftstoff gegenüber einem regulären Kraftstoff mindestens 35 % CO₂ einsparen muss. Den Berechnungen des Umweltinstitutes München zur Folge, weist die Ökobilanz von E10 aber nur eine Einsparung von 3,5 % aus. Allerdings sind E10-Kraftstoffe deutlich preiswerter, weshalb sie, mit Blick auf die hohen Energiekosten, durchaus eine Berechtigung besitzen. Allerdings nur dann, wenn ausgeschlossen werden kann, dass ein Motorschaden durch E10 entsteht.
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FAQ zum Thema E10 und Motorschaden
Was ist E10 überhaupt?
E10 ist bleifreies Benzin, dem 10 Prozent Ethanol beigemischt sind, ein Alkohol, der aus Pflanzen wie Zuckerrüben und Weizen gewonnen wird. Das Gemisch verbrennt sauber und gilt deshalb als Biokraftstoff. Neu ist das Prinzip nicht: Dem klassischen E5 sind seit Jahren bis zu 5 Prozent Ethanol beigemischt.
Warum kann E10 einen Motorschaden verursachen?
Einen Motorschaden kann E10 verursachen, weil Ethanol säurehaltig ist und Dichtungen, Gummiteile, Kunststoffe und bestimmte Metalllegierungen angreift, sofern sie nicht säureresistent sind. Dazu können sich in älteren Motoren Ablagerungen lösen und das Kraftstoffsystem verstopfen. Betroffen sind fast nur Fahrzeuge, die dafür nicht ausgelegt sind.
Woran erkenne ich, ob mein Auto E10 verträgt?
Ob ein Auto E10 verträgt, verrät bei Fahrzeugen ab 2019 das E5/E10-Etikett am Tankdeckel. Bei älteren Modellen hilft der Blick hinter die Tankklappe oder ins Fahrzeughandbuch. Findet sich dort kein Hinweis, gibt der Hersteller verbindlich Auskunft.
Ist einmal E10 tanken für ein älteres Auto schon gefährlich?
Nein, einmal E10 getankt ist für ein älteres Auto noch kein Drama, anders als bei einer Verwechslung von Benzin und Diesel. E10 lässt sich problemlos mit E5 mischen, einfach mit dem verträglichen Kraftstoff auffüllen.
Welche Autos riskieren einen Motorschaden durch E10?
Einen Motorschaden durch E10 riskieren vor allem Autos mit Erstzulassung vor 2002 sowie einzelne exotische Modelle und echte Klassiker. Seit 2011 müssen alle Neuwagen E10-kompatibel sein, mit säureresistenten Dichtungen und geeigneten Materialien. Wer ein jüngeres Fahrzeug fährt, muss sich keine Sorgen machen.