Getriebeschaden - Ursachen und Vermeidung

Es gibt fast so viele Ursachen für einen Getriebeschaden, wie Wege nach Rom. Das Getriebe ist das Rückgrat des Fahrzeugs und ohne funktionierendes Rückgrat bewegt sich bekanntermaßen nichts mehr.

Die Getriebeinstandsetzung ist oft weder sinnvoll, noch möglich. Der Austausch ist mit immensen Kosten verbunden, weshalb ein Getriebeschaden oft den wirtschaftlichen Totalschaden zur Folge hat.

Die meisten Betroffenen kommen nur mit einem blauen Auge davon, wenn sie ihr Auto mit Getriebeschaden verkaufen.

Getriebe eines PKW

In diesem Artikel gehen wir näher auf die möglichen Ursachen eines Getriebeschadens ein und geben nützliche Tipps damit es hoffentlich niemals zu so einem schweren Schaden kommt.

 

Ursachen:

 

Zu wenig Getriebeöl führt zu einem Getriebeschaden

Das Getriebeöl bewahrt das Getriebe vor Verschleiß- und Korrosionserscheinungen, in dem es einen Schmierfilm bildet. Dieser Schmierfilm reduziert den Reibungspegel der Getrieberäder und gleichzeitig kühlt es die Bauteile bei Hitzeentwicklung herunter.

Erstaunlicherweise, ist vielen Autofahrern nicht wirklich bewusst, dass das Getriebeöl, genau wie das Motoröl, regelmäßig gewechselt werden muss.

 

Getriebeölwechsel

 

Warum muss Getriebeöl gewechselt werden?

Auch das Getriebe unterliegt einem gewissen Verschleißlevel, der mit verschiedenen Faktoren zusammenhängt. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Eine Überhitzung des, welche bei Überlastung entstehen kann, hinterlässt Ablagerungen die die Schmierleistung des Öls komprimieren. Verschmutzungen, die unweigerlich mit dem Einsatz des Getriebeöls entstehen sind ebenfalls nicht förderlich für dessen Schmierleistung.

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Wann muss Getriebeöl gewechselt werden?

Hier ist die Unsicherheit groß und Werbeversprechen von Fahrzeugbauern über eine vermeintliche Lebensdauerfüllung von Getriebeöl setzen dem Ganzen die Krone auf, denn die Fahrzeugbauer definieren die Lebensdauer vollkommen anders als der Durchschnittsfahrer. Die Lebensdauer beträgt je nach Fahrzeugbauer gerade einmal sechs bis acht Jahre. In der Realität werden Fahrzeuge aber oft über zwei Jahrzehnte gefahren.

Wir empfehlen das Getriebeöl etwa nach allen 75.000 gefahrenen Kilometern wechseln zu lassen. Laut Kraftfahrtbundesamt betrug die durchschnittliche Fahrleistung im Jahr 2016, 14.015 gefahrene Kilometer. So empfehlen wir das Getriebeöl etwa alle 6 Jahre wechseln zu lassen.

Die Kosten eines Getriebeölwechsels sind mit 100€, alle 6 Jahre, doch eher überschau. Ein Getriebeschaden dagegen, ist ein Schaden der schnell 3.000€ übersteigt.

 

Getriebeölstand prüfen – Anleitung

Wir empfehlen, das Getriebeöl in einer Fachwerkstatt wechseln zu lassen. Den Stand des Getriebeöls können Sie jedoch ganz einfach überprüfen. Gerne geben wir Ihnen eine Schritt-für-Schrittanleitung an die Hand:

  • Zuerst machen Sie den Getriebeölbehälter ausfindig, denn wie es der Name bereits verrät enthält dieser das Getriebeöl. Wissen Sie nicht wo sich der Getriebeölbehälter befindet finden Sie die Information in dem Benutzerhandbuch.
  • Reinigen Sie den Ölmessstab damit Sie das Ergebnis eindeutig erkennen können. Den Ölmessstab stecken Sie nun in die entsprechende Öffnung des Getriebeölbehälters. Wichtig ist hierbei, dass Sie den Messstab bis zum Anschlag in den Behälter einführen.
  • Ziehen Sie den Ölmessstab heraus und lesen das Ergebnis ab.

Getriebeöl ablesen

  • Lesen Sie an dem Ölmessstab, wie in dem Bild gezeigt, ab, ob noch genug Getriebeöl vorhanden ist.
  • Der Füllstand des Getriebeöls muss zwischen den beiden Markierungen des Messstabs liegen.

 

Ölstand zu niedrig

Ist zu wenig Öl vorhanden, so viel nachgefüllt werden bis das Verhältnis wieder stimmt. Achten Sie hierbei in jedem Fall darauf, dass Sie das vom Hersteller empfohlene Öl verwenden. Befüllen Sie den Behältermit dem falschen Schmierstoff, kann ebenfalls ein Getriebeschaden entstehen.

 

Ölstand zu hoch

Ist zu viel Öl vorhanden, kann dadurch der Schmiereffekt komprimiert werden. Das geschieht durch den Schaum der sich unweigerlich bildet.

Im schlimmsten Fall ist es notwendig den Getriebeölstand zu reduzieren. Das sollte in jedem Fall von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden. Ein Laie kann hier großen Schaden verursachen.

 

2. Falsches Schalten

Vielleicht wird das Falsche Schalten in nicht allzu entfernter Zukunft der Vergangenheit angehören. Fahrzeuge der letzten Jahre besitzen in der Regel eine Sperrvorrichtung im Getriebe, die dafür sorgt das grobe Schaltfehler unterblieben werden.

Doch die meisten älteren Fahrzeuge besitzen dieses nützliche Gadget nicht.

 

Gleicher Schaden in beide Richtungen?

Wollen Sie von dem fünften in den vierten Gang herunterschalten, landen aber ungewollt in dem zweiten Gang, riskieren Sie einen Getriebeschaden. Die Extrembelastung, die Sie Ihrem Getriebe zugemutet haben macht sich im selben Moment bemerkbar. Ein lautes blechernes Krachen ist zu hören und der Motor heult vor Belastung.

Haben Sie besonderes Pech kann es bereits beim ersten „gröberen“ Verschalten zu einem Getriebeschaden kommen.

Ein anderer, aber nicht minderwertiger Schaden kann entstehen, wenn man oft genug untertourig fährt. Das passiert beispielsweise, wenn man von dem zweiten direkt in den vierten Gang schaltet, aber das Auto eine nicht ausreichende Drehzahl besitzt. Auch dieses falsche Schalten macht sich akustisch bemerkbar. Der Motor beginnt zu stottern und zu ruckeln. Langfristig entsteht ein Motorschaden.

 

Nachlässigkeit beim Kuppeln

Es ist sehr wichtig, dass Sie beim wechseln des Gangs das Kupplungspedal vollständig durchdrücken. Sind Sie beim kuppeln nachlässig, kann ein Getriebeschaden entstehen. Auf keinen Fall, den Gang gewaltsam wechseln. Drücken Sie das Kupplungspedal vollständig durch, ist Gewalt für den Wechsel eines Gangs in keinem Fall notwendig.

Wie mit den meisten schlechten Angewohnheiten, weiß man gar nicht, dass man sie hat bis es einem verdeutlicht wird. Achten Sie einmal selbst auf Ihren Fahrstil und beurteilen objektiv ob diese Angewohnheiten unwissentlich auf Sie zutreffen.

Da es sich beim falschen Schalten bei der nachlässigen Betätigung des Kupplungspedals aber nur um Angewohnheiten handelt, können diese auch recht einfach wieder abgelegt werden.

 

3. Die Motorenbremse

Wie viele in der Fahrschule vermittelt bekommen, spart die Motorbremse Kraftstoff und entlastet auf längeren Fahrten zudem die Betriebsbremse, somit ist eine richtig durchgeführte Motorenbremse nicht nur gut für Ihren Geldbeutel, sondern auch für Ihr Fahrzeug.

Die Motorenbremse reduziert die Drehzahl in dem die Kraftstoffeinspritzung unterbunden wird. 

 

Riskante Motorenbremse

Das falsche Ausführen der Motorenbremse birgt jedoch das Risiko eines Getriebeschadens. Eine „falsche Ausführung“ wäre zum Beispiel bei hohem Drehmoment vom vierten in den zweiten Gang zu schalten. Kupplung und Getriebe werden dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass es ein Getriebeschaden auf Dauer nahezu unvermeidbar ist.