Motorschaden – der große Ratgeber

Kaum ein anderer Schaden verursacht so hohe Kosten und Unannehmlichkeiten wie ein Motorschaden am eigenen PKW. Übertroffen wird ein Motorschaden im Grunde nur noch durch ein Unfallschaden am Auto, der natürlich die unterschiedlichsten Zonen eines Fahrzeugs betreffen kann und darüber hinaus die Gesundheit der Insassen gefährdet. Im Bereich der natürlichen, d.h. nutzungs- und zeitbedingten Defekte und Verschleiße steht der Motorschaden an oberster Stelle. Die einhergehenden Reparaturkosten sind für einen alternden Gebrauchtwagen allzu oft das Todesurteil. Die Ursachen für einen Motorschaden sind dabei divers und betreffen verschiedene Bauteile des Motors. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick über mögliche Defekte und zeigt, wie Sie im Schadensfall an Entscheidungskraft gewinnen, wenn Sie über die individuellen Unterschiede bei verschiedenen Ursachen eines Motorschadens informiert sind.

Unter Autobesitzern löst das Wort Motorschaden leicht Bedenken und Panik aus. Hierzu sei eingangs gesagt, das die Ursachen eines Motorschadens zwar vielseitig sein können, diese allesamt aber deutlich seltener sind als die üblichen Verdächtigen, wenn es um Defekte am eigenen Fahrzeug geht. Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass Ihr Auto wegen eines verschlissenen Stoßdämpfers oder einer defekten Bremse in die Werkstatt muss, als dass es tatsächlich zu einem Kolbenfresser im Motor des Wagens kommt. Ängste vor Motorschäden sind dabei zwar nicht gänzlich unbegründet, aber die gute Nachricht ist, dass ein wenig Hintergrundwissen über die Ursachen eines Motorschadens und etwas Know-How in der alltäglichen Pflege bereits einen großen Unterschied machen können.

 

Motorschaden – die Ausgangslage

Die Ausgangslage beim Thema Motorschaden ist bereits ein Stück weit geklärt: Motorschäden sind vergleichsweise selten, aber kostspielig und nervenaufreibend, wenn es wirklich dazu kommt. Dem informierten Autobesitzer sollte zudem klar sein, dass ein Motorschaden nicht gleich den ganzen Motor betreffen muss, sondern üblicherweise bei einem Bauteil beginnt und sich dann über die Zeit auf weitere Regionen des Motors ausbreitet. Motorschaden Symptome frühzeitig zu erkennen, kann einen Gebrauchtwagen in Schadensfall vor dem wirtschaftlichen Totalschaden bewahren, denn durch einen Besuch in der Werkstatt, bevor es zum kapitalen Schaden kommt, ersparen Sie Ihrem Geldbeutel eine schmerzhafte Diät. Die Kosten eines Motorschadens hängen stark davon ab, welche Ursachen im Einzelfall vorliegen. Es lohnt sich im Falle eines Defekts am Herzstück Ihres Fahrzeugs grob über die möglichen Ursachen Bescheid zu wissen, um eine schnellen Überblick zu gewinnen und die weiteren Schritte zur Rückgewinnung Ihrer Mobilität, sei es durch eine Reparatur oder Neuanschaffung, souverän zu meistern. Werfen wir also einen Blick auf die möglichen Ursachen eines Motorschadens.

 

Motorschaden durch Wasserschlag

Ein Wasserschlag ist ein Motorschaden, der durch das Eindringen von Wasser dort entsteht, wo er nicht hingehört. Bei einem Wasserschlag gelangt Wasser in einen oder mehrere Zylinder des Motors. Das ist fatal, denn in die Zylinder sollte nichts anderes gelangen als das Gemisch aus Luft und Kraftstoff, welches dort verdichtet und verbrannt wird, worin die Antriebskraft des Motors begründet liegt. Ein Wasserschlag bedeutet, dass Wasser in das Allerheiligste des Motors gelangt ist und dort großen Schaden anrichtet, da der Zylinder Wasser nicht in derselben Weise verdichten kann. Aus diesem Grund kommt es bei einem Motorschaden durch Wasserschlag zu einer extremen Überbelastung der Kolben und Kolbenstangen, was zu einer völligen Zerstörung des Motors führen kann. Die Motorschaden Ursachen durch Wasserschlag können dabei zweierlei sein. Durch eine defekte und undichte Zylinderkopfdichtung kann Wasser aus dem Kühlsystem in den Zylinder gelangen und dort einen Wasserschlag auslösen, der einen gravierenden Motorschaden zur Folge hat. Die andere Möglichkeit eines Motorschadens durch Wasserschlag ist vielfach witterungsbedingt. Wenn Sie bei Starkregen oder bei einer Überschwemmung durch Wasser fahren, welches sich beispielsweise in einer Bahnunterführung angesammelt hat, kann es ebenso zu einem Wasserschlag kommen. Bei dieser Art des Wasserschlags kommt das Wasser über den Ansaugtrakt in den Kompressionsraum und das Ergebnis ist ebenfalls ein Motorschaden durch einen Wasserschlag während der Fahrt.

 

Motorschaden durch Injektor

Durch einen defekten Injektor kann es ebenfalls vorkommen, dass Autobesitzer einen Motorschaden provozieren. Dagegen hilft Achtsamkeit gegenüber den Geräuschen des Motors, denn ein defekter Injektor macht sich durch hörbare Anzeichen bemerkbar, bevor es zu einem Motorschaden kommt. Ein Injektor, der seine Aufgabe nicht richtig erfüllt, wird zu hörbaren Fehlzündungen führen, bevor ein Motorschaden eintritt. Als Autofahrer sollten Sie Störgeräusche und unbekannte Klänge des Motors niemals ignorieren und zeitnah eine nahegelegene Werkstatt aufsuchen. Der Motorschaden durch einen verschlissenen oder verstopften Injektor kann durch frühzeitiges Handeln relativ verlässlich vermieden werden. Hörbare Fehlzündungen sind für Sie ein Zeichen, dass der Motor Ihres Wagens leidet und Sie sollten in keinem Fall warten, bis ein defekter Injektor zu einem Motorschaden im Zylinder führt. Dies ist leider durchaus möglich, denn ein defekter Injektor kann zur Folge haben, dass Kraftstoff zu falschen Zeit in den Zylinder gelangt, wodurch ungeregelte Kraftstoffexplosionen den Kolben schädigen können und einen Motorschaden auslösen können. Neben der Gefahr eines Motorschadens aufgrund eines defekten Injektors wird zudem der Katalysator beschädigt, dessen Ersatzteile Sie überaus teuer zu stehen kommen können. Am besten gehen Sie einem Motorschaden durch einen defekten Injektor aus dem Weg, indem Sie Fehlzündungen ernst nehmen und diese vom Fachmann überprüfen lassen.

 

Motorschaden am Kolben

Die Schädigung der Kolben kann durch unterschiedliche Einflussfaktoren bewirkt werden und fasst deshalb eine ganze Reihe möglicher Ursachen eines Motorschadens zusammen. Im Detail kann ein Motorschaden am Kolben verschiedene Bereiche desselben betreffen:

  • Kolbenkopf
  • Kolbenring
  • Kolbenschaft

Ein Motorschaden am Kolbenkopf kann durch Überhitzung des Motors erfolgen, wenn das Kühlsystem versagt und der Motor heiß läuft, sodass es zu einer Schädigung durch Hitzeeinwirkung kommt. Neben dem Versagen des Kühlsystems kann ein Motorschaden am Kolbenkopf auch durch übermäßige Hitzeentwicklung im Inneren des Zylinders verursacht werden, beispielsweise durch Verbrennungsstörungen oder, wie oben aufgeführt, defekte Injektoren. Am Kolbenring vorliegende Motorschäden können unter anderem durch einen defekten Partikelfilter ausgelöst oder durch Abrieb innerhalb des Zylinders bedingt werden, wenn ein Montagefehler zu einem Motorschaden am Kolben führt. Zu einem Motorschaden am Kolbenschaft kann es kommen, wenn die Pleuellager verschlissen sind in ihrer Bewegung zu viel Spiel besitzen oder wenn Öl in den Kraftstoff gelangt ist. Außerdem gehören Laufbuchenschäden zu den Ursachen für einen Motorschaden an den Kolben. Bei allen Schäden an Kolben handelt es sich grundsätzlich um gravierende Defekte, da ein Motorschaden an den Kolben horrende Kosten verursacht, sodass sich eine Reparatur häufig nicht lohnt.

Wie viel erhalte ich für mein Auto?
Unfallwagen online verkaufen - ohne Besichtigungstermin

 

Motorschaden durch defekte Steuerkette

Steuerkette oder Zahnriemen sind im Inneren des Motors dafür verantwortlich, dass die Ventile zum Einlass und Auslass des Gemischs aus Luft und Kraftstoff zur richtigen Zeit öffnen bzw. schließen. Ihr Fahrzeug verfügt dabei entweder über eine Steuerkette oder einen Zahnriemen, um diesen Prozess geregelt stattfinden zu lassen. Grundsätzlich sind Steuerketten überaus langlebige Bauteile, die im Gegensatz zu einem Zahnriemen nicht nach einer gewissen Anzahl gefahrener Kilometer ausgetauscht werden müssen. Es kann an einem Fahrzeug mit Steuerkette jedoch trotzdem zu einem Motorschaden kommen, dessen Ursache beispielsweise an verschlissenen Spannrollen liegt, die im Umkehrschluss die Steuerkette negativ beeinflussen. Außerdem kann die Steuerkette durch langfristig starke Zugbelastungen kaputt gehen und im schlimmsten Fall reißen, wenn Sie etwa regelmäßig lange Fahrten mit schweren Transportgütern – häufig das Ankuppeln eines großen Wohnwagens oder Anhängers – absolvieren. Ein Motorschaden an der Steuerkette macht sich in der Regel durch ein Rasseln beim Kaltstart bemerkbar, das allerdings bereits nach wenigen Sekunden verschwindet. Unterliegt die Steuerkette durch Überbelastung einem Verschleiß, der zu dauerhaften Ausdehnung der Kette führt, ist darüber hinaus ein unrundes Laufgefühl des Motors die Folge, das auch zu Fehlzündungen führen kann. Der Verschleiß einer defekten Steuerkette kündigt sich somit meist lange zuvor an, bevor es wirklich zu einem Riss der Kette und somit zu einem gravierenden Motorschaden kommt und kann durch regelmäßige Wartung und achtsames Fahren frühzeitig vermieden werden.

 

Motorschaden am Zahnriemen

Ein Zahnriemen erfüllt grundsätzlich die gleiche Aufgabe wie eine Steuerkette, ist aber weniger langlebig und gerade deshalb kommt es bei Fahrzeugen mit einem Zahnriemen weitaus öfter zu einem Motorschaden. Besonders bei Gebrauchtwagen, deren beste Jahre bereits auf dem Kilometerzähler vermerkt wurden, lassen sich viele Autobesitzer leider dazu verleiten, den Ersatz des Zahnriemens auf ein unbestimmtes Datum hinauszuschieben, anstatt diesen fristgerecht durch eine Werkstatt wechseln zu lassen. Ein Riss oder Spannungsabfall durch Dehnung des Zahnriemens kann dabei einen schweren Motorschaden verursachen, der im Nachgang hohe Motorschaden Kosten zur Folge hat. Kommt es während der Fahrt zu einem Motorschaden wegen eines defekten Zahnriemens, werden zahlreiche andere Komponenten des Motors in Mitleidenschaft gezogen. Im Vergleich dazu erscheinen die Kosten für den routinemäßigen Wechsel des Zahnriemens, um eben diesem Motorschaden vorzubeugen, geradezu winzig und es sollte klar sein, dass Sie mit diesem Vorgehen am falschen Ende sparen und dazu die Lebensdauer Ihres Fahrzeugs einem unkalkulierbaren Risiko unterstellen. Anzeichen, die äquivalent zum Motorschaden durch einen Defekt an der Steuerkette bei Ihrem Auto auf einen baldigen Riss des Zahnriemens hinweisen, sollten Sie deshalb von einem KFZ-Sachverständigen abklären lassen.

 

Was tun im Falle eines Motorschadens?

Hat die Realität einmal klare Tatsachen geschaffen und Ihr PKW hat einen Motorschaden, so fragen sich die meisten Autobesitzer, was nun das richtige Vorgehen ist. Selbstverständlich ist die Entscheidungsfindung hier höchst individuell und hängt stark von Ihren Bedürfnissen und darüber hinaus von Ihrer finanziellen Situation ab. Ob Wasserschlag, defekter Injektor, Kolben, Steuerkette oder Zahnriemen – egal, welche Ursachen zu dem vorliegenden Motorschaden geführt haben, es gibt grundsätzlich zwei Wege, mit einem Motorschaden umzugehen. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass der Motorschaden nicht zu einem unumstößlichen Totalschaden geführt hat, der nur eine Neuanschaffung als einzige nächste Handlung zulässt.

Die erste Option, die von den meisten Autobesitzern im Falle eines Motorschadens als Mittel der Wahl wahrgenommen wird, ist die Reparatur und Instandsetzung Ihres Fahrzeugs in einer Werkstatt. Dies kann Sinn machen und besonders bei neuen Autos mit hohem Wiederbeschaffungswert steht es außer Frage, dass auch Reparaturkosten im vierstelligen Bereich in Kauf genommen werden können. Wenn das Auto nach Beheben des Schadens einen fünfstelligen Wert aufweist, ist die Kosten-Nutzen-Rechnung eindeutig und es bedarf keiner weiteren Überlegung. Sie können der Werkstatt guten Gewissens Ihr Einverständnis zur Reparatur geben und in der Zwischenzeit wird der Ersatzwagen, den Sie bereitgestellt bekommen, ausreichen, um Ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen ohne Probleme nachzukommen.

 

Das Dilemma mit den Kosten eines Motorschadens

Anders sieht es hingegen aus, wenn Ihr eigener PKW nicht mit dem Attribut Neuwagen belegt werden kann und schon einige Jahre intensiver Nutzung hinter sich gebracht hat. Es kann ein Trugschluss sein, sich vorschnell auf eine Reparatur durch eine Werkstatt einzulassen, um die Ursachen des Motorschadens zeitnah zu beheben. Auch wenn die Aussicht auf die Nutzung des Ersatzwagens verlockend scheint, da Sie wichtige Termine haben und der Motorschaden zur Unzeit kommt – es lohnt sich, eine genaue Kalkulation der Vor- und Nachteile einer Reparatur anzustellen. Beinahe jede Werkstatt wird Ihnen eine schnelle Reparatur anbieten, solange es sich nicht um einen klaren wirtschaftlichen Totalschaden Ihres Fahrzeugs handelt, wie es beispielsweise beim Motorschaden durch defekte Kolben der Fall sein kann. Bei vielen älteren Gebrauchtwagen stellt eine Reparatur des Motorschaden allerdings lediglich eine Lebensverlängerung um wenige Jahre dar. Zudem ist mit neuen Defekten zu rechnen, denn mit steigendem Alter häufen sich bei Gebrauchtwagen schließlich die Nickligkeiten. An diversen Stellen der Karosserie tritt Rost hervor, der Auspuff ist durch und das Fahrwerk schaukelt verdächtig. All diese Defekte führen zu einer schleichenden Kostenanhäufung, die Sie mit einer unbedachten Entscheidung für eine Reparatur des Motorschadens in Kauf nehmen.

 

Die Alternative zur Reparatur des Motorschadens

Fälschlicherweise taucht dieser Gedanke nur selten in der Kalkulation der Autofahrer auf, wenn es darum geht, sich für oder gegen eine Reparatur zu entscheiden. Zudem fehlt es Besitzern eines privaten PKWs an Wissen um sinnvolle Alternativen. Da sich ein Verkauf auf dem Gebrauchtwagenmarkt wegen des Motorschadens praktisch gänzlich ausschließt, bleibt der Schrottplatz die letzte Möglichkeit – so der weitverbreitete Irrglaube. In den letzten Jahren hat sich jedoch das Modell professioneller Ankaufunternehmen etabliert, das Besitzern eines defekten Autos eine unkomplizierte und willkommene Alternative bietet. In der Entscheidungsfindung nach einem Motorschaden sollten Sie diesen Weg als realistische Option wahrnehmen, denn somit können Sie das Fahrzeugs trotz eines Defekts an Zahnriemen, Injektor usw. zeiteffizient zu einem guten Preis verkaufen. Besonders dann, wenn auch nach der Reparatur eine Kostenentwicklung aufgrund anderer Verschleiße am Wagen zu erwarten ist, bringt der Weg über professionelle Ankaufunternehmen eine sinnvolle Möglichkeit, weiteres finanzielles Risiko zu vermeiden. Sind Sie sich dieser Option bewusst, können Sie nach einem Motorschaden unvoreingenommen den individuell besten Entschluss fassen. Wenn Sie Ihr Auto mit Motorschaden verkaufen möchten, dann füllen Sie in wenigen Schritten unser Autoankauf Formular aus und wir machen Ihnen gerne ein Angebot für Ihr Fahrzeug mit Motorschaden.

 

Weitere Blogbeiträge rund um den Motor